Das Inferno – 20 Jahre nach der Katastrophe

Am 29.05.1999 um 05.25 Uhr heulten die Sirenen in Flachau und über Piepser und Tonband kam die Meldung „Brand im Tauerntunnel A10“. Die FF Flachau rückte um 05:29 Uhr mit 45 Mann aus. Kurze Zeit darauf gab der damalige OFK und Einsatzleiter Alfred Evers den Befehl den LZ Reitdorf, den Atemschutz Pongau und das Kommando Pongau ebenfalls zu alarmieren. Als die FF am Tunnel Nordportal eintrag und vorsichtig in den Tunnel einfuhr, da noch Menschen aus dem Tunnel liefen, war nach ca. 300m eine Weiterfahrt aufgrund des starken Rauches unmöglich. Zu dem Zeitpunkt wurde bereits die Lüftung bewusst in Richtung Norden gesteuert um von Süden aus einen Löschangriff starten zu können. So zogen sich dei Einsatzkräfte aus dem Norden zurück und sammelten sich vor dem Tauerntunnelnordgebäude. Inzwischen wurde bereits Alarmstufe 4 gegeben. Um 07.00 Uhr mussten sich die Einsatzkräfte noch weiter bis zur Tauernalm zurückziehen. Grund dafür war die enorme Rauchentwicklung, sowie die Ungewissheit ob sich eventuelle Giftstoffe darin befinden. Um 09:00 konnte aufgrund von Luftmessungen  die Entwarnung gegeben werden das sich keine Giftstoffe im Rauch befinden. Nahezu Zeitgleich musste die äußerst schwierige Brandbekämpfung vom Süden aus aufgegeben werden. Man stellte die Tunnellüftung um und versuchte den Rauch in Richtung Süden zu drücken. Um 11:33 Uhr gelang es einem Erkundungstrupp in den Tunnel einzudringen um den Brand bzw. Bauschäden zu erkunden. Ca. 100m vor dem Brandzentrum wurde die Erkunden gestoppt, da immer wieder Abplatzungen an der Betondecke und den Wänden entdeckt wurden. Daraufhin wurde der Beschluss gefasst das eine Brandbekämpfung nur möglich sei wenn die Decke zuerst mit Pölzmaterial und Schraubstehern gesichert wird. Um 16.30 Uhr konnte der erste Löschangriff  durchgeführt werden, jedoch musste dieser nach 10min, aufgrund des starken Rauches, der enormen Hitze und den abplatzenden Betonteilen, abgebrochen werden. Der zweite Löschangriff wurde um 19.00 Uhr  durchgeführt und gelang auch. Nach wiederholtem Aufflammen wurde um 22.00 Uhr der dritte Löschangriff beendet und endgültig die Meldung „Brand Aus“ gegeben werden. An den darauffolgenden Tagen wurden die Bergungsarbeiten durchgeführt. Diese gestalteten sich sehr schwierig, da immer wieder die Zwischendecke gesichert werden musste. Ebenso unterstützte die FF zusätzlich die Gerichtsmedizin, sowie den kriminaltechnischen Dienstmit Bergeschere etc. Insgesamt wurden 16 ausgebrannte LKW’s sowie 24 ausgebrannte PKW’s geborgen. Leider forderte die Katastrophe 12 Menschenleben.

Insgesamt 36 Feuerwehren mit 519 Mann kämpften 4756 Stunden dagegen a.

TV-Tipp:
Am Donnerstag, 23.05 um 21:15 Uhr zeigt Servus TV eine Reportage!